MontagsPost: Worte

Hand aufs Herz: Finden Sie immer die richtigen Worte?

Ich behaupte mal, dass jeder von uns schon einmal nach den richtigen Worten gesucht hat. Manchmal findet man sie, manchmal eben nicht.

Nun gehöre ich zu den Menschen, die sich gern mit Worten, mit Sprache und mit Kommunikation beschäftigen. Ich lese gern, ich schreibe gern, ich beschäftige mich gern mit der Bedeutung von Wörtern, deren Herkunft und auch mit der Bedeutung und Herkunft von Redewendungen. Worte und Sprache sind für mich sehr wichtig und haben eine große Bedeutung. Natürlich weiß ich auch, dass ich Worte anders wahrnehme als Menschen, die nicht so einen großen „Faible“ für Worte haben.

worte

Aber genau diese Wahrnehmung von Worten hat mich neulich dazu gebracht, dass ich darüber nachdenke, wie wir Worte verwenden und was wir mit Worten, die wir verwenden, erreichen.

Ja, es gab einen sehr konkreten Vorfall, in dem mich Worte wahnsinnig betroffen gemacht haben. Es war wie ein Schlag in die Magengrube. Solche Situationen haben wir alle schon mal erlebt, darum geht es nicht. Mir geht es eher darum, was machen gewählte Worte mit uns?

In diesem konkreten Fall war ich wirklich geschockt. Natürlich war mir von Anfang an klar, dass die Formulierung wahrscheinlich gar nicht so gemeint war, schon gar nicht so persönlich, wie sie bei mir angekommen ist.

Ich habe meine Betroffenheit offen gelegt. Natürlich kam eine Entschuldigung und die Beteuerung, dass die Redewendungen doch gar nicht so gemeint waren, schon gar nicht persönlich, eher scherzhaft und das natürlich alles in Ordnung sei. Aber es ist etwas zurückgeblieben.

Verwenden wir Worte manchmal wirklich so unbedacht und ohne tieferen Sinn oder steckt gerade in Formulierungen, die „nicht so gemeint“ sind, ein Fünkchen Wahrheit, mit dem wir Unterbewusstes unbewusst aussprechen?

Ein paar Tage später durfte ich genau das Gegenteil erleben. Zahlreiche positive Worte sind mir begegnet, oft mit einem Lächeln zwischen den Zeilen.

Oder waren diese Worte auch nicht so gemeint?

Ich bin mir sicher, dass die freundlichen Worte und das Lächeln zwischen den Zeilen ehrlich gemeint waren. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die hinter jedem Wort eine negative Bedeutung vermuten.

Mir haben aber beide Erlebnisse, positiv wie negativ, gezeigt, dass wir mit Worten, die wir verwenden, oft mehr erreichen, beeinflussen oder anrichten, als wir annehmen. Auch ich.

Was ich mir vornehme und auch wünsche ist, dass wir die Worte, die wir schreiben und aussprechen noch ein kleines bisschen bewusster verwenden, weil wir manchmal mehr damit „auslösen“ als wir es uns selbst vorstellen. Positiv wie negativ.

„Erst denken, dann reden.“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen in dieser Woche viele „schöne Worte“. Ehrlich.

„Wie du im Herzen bist, so zeigst du dich in deinen Worten.“

One Reply to “MontagsPost: Worte”

  1. Montag ist für mich meistens ein Tag zum Abhaken. Da fallen die meisten ungelösten oder neue Probleme an. Mit anderen Worten – Man ist leicht genervt.
    Deshalb habe ich eigentlich keine Zeit hier zu antworten. Der Artikel hat mich doch interessiert und habe deshalb die Arbeit etwas verschoben.
    Auch mir ist es schon passiert, dass gerade an so einem Montag Worte fielen, die den Anderen weniger gefallen haben. Wenn ich aber so darüber nachdenke, möchte ich für mich die Worte “… ein Fünkchen Wahrheit, mit dem wir Unterbewusstes unbewusst aussprechen…” in Anspruch nehmen.
    Ich habe einmal Ausgesprochenen bisher nie bzw. ganz, ganz selten zurückgenommen, da ich der Meinung bin, dass das von mir Gesagte ernst gemeint war.
    Meine Erfahrungen sind leider die, dass zu einem nicht geringen Teil die Leute einem etwas vor machen. Dabei lächelnd versuchen, sich selbst in ein positives Licht zu setzen. Das ist an sich nicht unehrenhaft, nur in einer Beziehung, auch in einer geschäftlichen, sind klare Worte und Ehrlichkeit eine Grundvoraussetzung.
    Ich bin vom Prinzip her ein optimistisch eingestellter Mensch und trage unglücklich Ausgedrücktes oder die sich möglicherweise daraus ergebenden Probleme nicht mit mir herum. Deshalb mein Plädoyer für klare Worte!

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