MontagsPost: Preis

Die Redensart „Alles hat seinen Preis“ kennen Sie sicher. Aber sind Sie auch bereit, „jeden Preis zu zahlen“?

Was ist eigentlich damit gemeint, dass alles seinen Preis hat?

Natürlich, wenn wir einkaufen gehen oder anders eine Ware erwerben möchten, dann tauschen wir die Ware gegen Geld. Der Preis ist dann die Menge an Geld, die wir für die Ware aufbringen müssen, um diese zu erhalten. Der Preis, der für die einzelne Ware aufzubringen ist, setzt sich aus vielerlei Faktoren zusammen. Die möchte ich hier nicht im Einzelnen aufschlüsseln. Das können andere besser.

Wenn wir Dienstleistungen einkaufen, funktioniert das übrigens nach dem gleichen Prinzip: Die Leistung, den Dienst, den Service oder auch das Wissen und das Können, das uns selbst fehlt und wir deshalb erwerben möchten, tauschen wir gegen Geld. Auch hier setzt sich der Preis aus einer Vielzahl von Faktoren zusammen, die wirtschaftlich basiert sind. Wir tauschen auch Leistungen gegen Geld. Das passiert tagtäglich in sämtlichen Arbeitsprozessen.

zahlen
Preisberechnung

Damit ist klar, dass offensichtlich alles einen Preis hat, den wir akzeptieren und zahlen müssen.

Oder gehen Sie zum Bäcker, bestellen hiervon zwei Stück und davon drei Stück und wenn es ans Bezahlen geht, dann beginnen Sie, herumzudrucksen: Och, das ist mir aber zu teuer, kann ich heute nicht mal etwas weniger zahlen oder als Bonus noch ein Törtchen zusätzlich? Oder kann ich einfach nächsten Monat bezahlen? Oder gar nicht?

Was glauben Sie? Wird das ein gemütliches Frühstück oder müssen Sie sich in Zukunft nach einem neuen Bäcker umsehen oder die Brötchen selbst backen? Vielleicht entdecken Sie ja ungeahnte Talente.

Ist das jetzt damit gemeint, dass alles seinen Preis hat?

Wenn wir uns die Redensart genauer anschauen, dann geht es natürlich nicht nur ums „liebe Geld“. Die Bedeutung des Wortes Preis geht hier noch viel weiter. „Alles hat seinen Preis“ ist eine umgangssprachliche Redewendung dafür, dass man „Opfer“ bringen muss, um etwas zu bekommen oder zu erreichen.

Zurück zu den Brötchen: Wenn ich diese also bekommen möchte, muss ich einen Teil meines Geldes opfern, um diese zum Frühstück auf den Tisch stellen zu können. Oder ich muss mich opfern und selbst backen. Es ist sicher individuell sehr verschieden, was nun das größere Opfer darstellt.

Es geht nicht immer nur um Brötchen, sondern meistens um sehr viel mehr. Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen, um etwas zu erreichen, um Erfolg zu haben, um zufrieden zu sein?

Sind Sie bereit, jeden Preis zu zahlen? Nicht nur Geld? Vielleicht auch den Preis des persönlichen Glücks, der Freundschaft oder der Gesundheit?

Alles hat seinen Preis und jede Entscheidung, die wir treffen, ob wir den Preis zahlen, bringt ein Ergebnis mit sich. Manchmal fällt es uns leicht, den Pries aufzubringen und manchmal sehr schwer, d.h. wir opfern etwas, um etwas anderes zu erreichen.

Nicht immer fällt es uns leicht, den Preis für ein gewünschtes Ergebnis aufzubringen. Manchmal ist es uns aber auch wert, einen hohen Preis aufzubringen, weil wir uns davon erhoffen, ein besonders schönes Ergebnis zu erhalten. Manchmal jedoch zahlen wir einen viel zu hohen Preis und erreichen damit nichts.

Sollten wir wirklich bereit sein, „jeden Preis zu zahlen“?

Ich denke nicht. Manchmal ist der Preis einfach zu hoch, z.B. wenn es auf Kosten unserer Gesundheit geht. Manchmal lohnt es sich aber auch, einen hohen Preis zu zahlen, weil wir am Ende einer Durststecke Grenzen überschreiten können und gestärkt, erfolgreicher und zufriedener weitermachen können.

Worauf wir uns aber auf keinen Fall einlassen sollten, ist, alles billig zu erwerben und alles billig abzugeben. Das Ergebnis und wir selbst verlieren dabei an Wert. Preiswert hat nichts mit Wert zu tun, aber jeder Preis hat auch einen Wert.

„Der Preis ist heiß“ und „Alles hat seinen Preis“ aber nicht um jeden Preis.

In diesem Sinne.

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