MontagsPost: Chefsache

Im letzten MontagsPost habe ich über das Thema Dienstleistung geschrieben. Im Fokus stand jedoch weniger die Dienstleistung eines Anbieters für seine Kunden.

Im Fokus stand das Thema „Führung als Dienstleistung“.

Ich hatte bereits angekündigt, dass ich das Thema noch einmal aufgreifen werde, da mich der  Gedanke der Dienstleistung an Mitarbeitern sehr beeindruckt hat. Grundlage dieser umfassenden Eindrücke ist der Artikel „Führung ist kein Privileg, Führung ist Dienstleistung“ von Bodo Janssen.

Ich habe mich also weiter mit dem Thema beschäftigt. Die Dienstleistung an Mitarbeitern ist Chefsache.

Was aber genau ist eine „Chefsache“?

Der Duden erklärt, dass die Chefsache eine „Sache, Angelegenheit, (die) von so großer Bedeutung, Wichtigkeit ist, dass sich der Leiter selbst ihrer annimmt oder annehmen sollte“.

Mitarbeiter sind also Chefsache und das nicht, weil der Chef aufgrund seiner Funktion sowieso das Sagen hat, sondern aus dem Grund, dass die Mitarbeiter ganz besonders wichtig sind.

Mitarbeiter gehören zur wichtigsten Ressource und zum wichtigsten Kapital eines Unternehmens. Gerade Mitarbeiter verfügen über zahlreiche Chancen und Risiken.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Qualitätsbeauftragte und interne Auditorin begegnen mir immer wieder Situationen, in denen ich mich fragen muss, warum die Bedürfnisse von Mitarbeitern so wenig im Fokus von Entscheidungen stehen.

Ähnlich wie im Artikel von Janssen beschrieben, habe ich im Auftrag eines Kunden eine Zufriedenheitsabfrage unter Mitarbeitern durchgeführt. Die Fragen waren umfassend, die Anzahl der Antworten der Mitarbeiter überwältigend. Allein die hohe Zahl der Teilnehmer ließ darauf schließen, dass seitens der Mitarbeiter das Interesse an Ergebnissen und möglicherweise Verbesserungen der Situation vorhanden waren.

Die Erwartungen während Umfrage und Auswertung waren klassisch: „Es wird sich nichts ändern.“

Das für die Führungsebene eher negativ ausgefallene Ergebnis wurde offen präsentiert. Die Frage aus den Reihen der Mitarbeiter, welche Maßnahmen nun ergriffen würden, blieb unbeantwortet. Immerhin wurde diese Mitarbeitererwartung voll erfüllt.

Chefasche.

Was im letzten halben Jahr bezüglich der Ergebnisse seitens der Führungsebene für die Mitarbeiter im Sinne der Dienstleistung unternommen wurde?

Nichts.

Chefsache eben.

Beratungsangebote und Angebote zur Planung von Maßnahmen meinerseits wurden leider nicht angenommen. An dieser Stelle frage ich mich immer wieder: Warum?

Warum nutzt die Führungsebene nicht das Potential, dass die Mitarbeiter ihr zur Verfügung stellt? Es muss nicht immer die Zufriedenheitsabfrage sein, die Aufschluss über Bedürfnisse gibt und Hinweise auf Verbesserungspotential.

Mitarbeiter äußern regelmäßig Bedürfnisse und hiermit meine ich nicht den frühen Feierabend oder Urlaub.

Im Sinne der Dienstleistung ist es Chefsache, diese wahrzunehmen, aufzugreifen, zu prüfen und bestenfalls umzusetzen. Und das bitte nicht erst irgendwann, sondern so, dass Mitarbeiter ein Ergebnis und Entscheidungen wahrnehmen und nachvollziehen können. Alles andere macht die Führungsebene unglaubwürdig. Eine unglaubwürdige Führungsebene wird nicht ernst genommen.

Wenn Sie als Führungsperson ernst genommen werden wollen, dann bleiben sie glaubwürdig. Nehmen Sie den Input Ihrer Mitarbeiter für Verbesserungen ernst, beteiligen Sie sie an Prozessen und machen Sie Entscheidungen transparent.

Nicht morgen, nicht übermorgen, nicht erst irgendwann, sondern jetzt. Machen Sie Ihre Mitarbeiter endlich zur Chefsache!

Mitarbeiter sind wichtig. Ohne Mitarbeiter kann Ihr Unternehmen keine Waren produzieren oder Dienstleistungen erbringen. Mitarbeiter, die dem Chef nicht wichtig sind, werden unzufrieden, häufiger krank, machen Dienst nach Vorschrift, engagieren sich kein bisschen und treiben den Erfolg des Unternehmens kein Stück mehr voran.

Mitarbeiter, die ihren Chefs wichtig sind, fühlen sich ernst genommen, bringen sich ein, engagieren sich, bleiben auch mal gern ein paar Minuten länger, sind seltener krank und fühlen sich dem Unternehmen stärker verbunden. Sie fühlen sich ernst genommen.

Chefsache eben.

Machen Sie Ihre Mitarbeiter zur Chefsache! Lassen Sie sie nicht eingehen, wie das sprichwörtliche Primeltöpfchen. Sie haben es in der Hand.

In diesem Sinne…

chefsache

One Reply to “MontagsPost: Chefsache”

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